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FOROP - das Forsteinrichtungskonzept


FOROP bedient sich eines einfachen Konzeptes zur Informationsarchivierung. Es unterscheidet eine Attributs- bzw. Merkmalssammlung, mit welcher Wirtschaftseinheiten individuell beschrieben werden, sowie Methoden und Formeln, welche zur Erweiterung und Verfeinerung des Informationsgehaltes der Datenbank beitragen. Diese drei Einzelbausteine nun im Detail:

Wirtschaftseinheiten:

Die Wirtschaftseinheiten stellen die Speichercontainer für die definierten Merkmale dar. Sie werden in folgender hierarchischer Gliederung geführt:

  • Fläche
  • Bestand (beliebig viele Bestandesschichten)
  • Bestockung (beliebig viele Baumarten in der jeweiligen Bestandesschicht)

Die Nachweisung bewegt sich auf einem Parallelniveau (-> Containerhierarchie) zur Bestockung.

In jeder Ebene haben Sie die Möglichkeit, Merkmale aus dem gesamten Merkmalset abzuspeichern (so z. B. das Alter bei der Baumart oder für den Bestand oder bei der Baumart und für den Bestand).


Attributs- bzw. Merkmalssammlung:

Attribute stellen die Informationsträger von FOROP dar. Sie sind jene Bestandteile des Informationssystems, mit deren Hilfe Zustände und Ausprägungen von Objekten der realen Welt beschrieben, sowie Planungs- und Kontrollwerte evident gehalten werden. Bestandesalter, Bonität, Stammzahl, Ökopunkte, Bringungsklassen, Exposition, geschätzte Baumartenanteile, gedüngte Fläche SOLL, gedüngte Fläche IST usw. sind nur einige Merkmale der realen Forstwelt. FOROP kann hier eine unbegrenzte Anzahl dieser Merkmale verwalten und setzt der Kreativität des Anwenders keine Grenzen. Ein Set von ca. 90 vordefinierten, sogenannten Systemmerkmalen (wie z. B. Bonität, Alter, Stammzahl, Derbholzvorrat usw.) sind für die Basisfunktionalität der Applikation notwendig. Weitere Merkmale kann der Benutzer selbst über die Stammdatenverwaltung anlegen. Weiterführend besteht die Möglichkeit, abgeleitete Merkmale, welche sich mittels benutzerdefinierter Formeln, Ordinal- oder Nominalskalen von anderen Merkmalen ableiten, anzulegen. Als Beispiel für ein solches abgeleitetes Merkmal sei hier das Begründungsjahr des Bestandes zur dynamischen Verwaltung des Bestandesalters angeführt: Sie können ein Merkmal anlegen, das Sie „Eingabealter“ nennen. Von diesem lassen Sie mittels Formel das Merkmal „Begründungsjahr“ ableiten. Ab diesem Zeitpunkt wird vom System automatisch das Begründungsjahr verwaltet, wenn Sie das Merkmal „Eingabealter“ ändern oder neu anlegen.

Selbstverständlich können Sie auch beliebig viele Ableitungen eines Hauptmerkmals desselben Typs anlegen (z. B. Baumartenanteil errechnet, Baumartenanteil geschätzt 1963, Baumartenanteil geschätzt 1994 usw.). Wie schon erwähnt - Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt !

Methoden und Formeln:

Wie nun einzelne Merkmale untereinander in Beziehung stehen oder wie mit dem Informationsgehalt einiger Merkmale neue Informationen geschöpft werden können, definieren Sie mittels Formeln und Methoden. FOROP unterscheidet fix eingebaute Formeln, wie z. B. Formeln zur Berechnung von Schaftkurvenparametern, Einheitshöhenkurven, Vorratsberechnung, Bestandessortierung u.v.a.m., benutzerdefinierte Merkmalsformeln, welche bei der Datenakquisition zum Einsatz kommen und benutzerdefinierte Auswertungsformeln, welche in den Auswertungstabellen benutzt werden können.

Abfrage

Mittels des eingebauten Querygenerators von FOROP sind Sie in der Lage, jede erdenkliche Information in beliebig tief geschachtelten Abfragen zu eruieren (z. B. „zeige alle Bestände über U, welche schon eine Verjüngung aufweisen, deren Fichten einen mittleren BHD von über 40 cm haben, die Bringung mit dem Traktor erfolgen kann und keine Nutzung in den letzten 5 Jahren erfahren haben").

Operatsdaten im Umbruch

Die Berechnung von Zuwachs, Hiebsatz & Co beherrscht FOROP natürlich auch. Die ebenfalls implementierte Winkelzählprobenauswertung kann Ihnen helfen, Ihre Taxationsdaten zu untermauern. Mittels eingebauter Bestandessortierfunktionen (Bestandessortentafeln, Schaftkurvenparameter) besteht die Möglichkeit, den Sortenanfall einer geplanten Nutzung zu schätzen, wobei die Berechnung des Sortenanfalles bei Fichte auch die Rindenschäden und somit in weiterer Folge die Rotfäule berücksichtigt. Einen groben Anhaltspunkt zur Abschätzung der Erntekosten stellt das System ebenfalls zur Verfügung. Sie können also jeden Ihrer Bestände von FOROP sortimentieren lassen und so einen groben Sortenanfall abschätzen (allerdings immer mit der Prämisse, die tatsächliche Schädigung des Bestandes aufgrund von Rindenverletzungen berücksichtigt zu haben).

Die Flexibilität von FOROP sei anhand eines der vielen fortschrittlichen Konzepte - dem Konzept der multiplen ideellen Betriebsklassen - erklärt:
„Die Betriebsklasse ist die primäre, forstbetriebliche Planungs- und Befundeinheit für die Gesamtplanung. Sie umfaßt eine Mehrzahl von Beständen, die nach gemeinsamen waldbaulichen Grundsätzen bewirtschaftet werden und insbesondere einer gemeinsamen Ertragsregelung unterliegen“ (Sekot, Walter, in „Studienunterlagen zur Forsteinrichtung“, Wien, 1993, S. 193)
Betriebsklassen können aufgrund verschiedenster Kriterien ausgeschieden werden:

  • Produktionsdauer (Umtriebszeit),
  • rechtliche Rahmenbedingungen (Schutz-, Bann- und Erholungswald, Naturschutzgebiete usw.),
  • Servitutsbelastungen,
  • Standorts- und Bonitätsunterschiede (Auwald, Seehöhenstufen) als Standortsbetriebsklassen,
  • Betriebsarten (Hoch, Mittel- und Niederwald) oder Betriebsformen (Kahl- oder Femelschlagbetrieb),
  • Betriebsziele (Wert- oder Massenware),
  • spezielle Bestockungsmerkmale (Umwandlungsbestände, Schälbestände).

Man spricht in diesem Zusammenhang von realen (räumliche Einheit), ideellen (planerisch/rechnerische Zusammenfassung räumlich zumindest teilweise disjunkt liegender Bestände) und fliegenden (vorübergehende Zusammenfassung) Betriebsklassen. Die Ausscheidung von Betriebsklassen dient in erster Linie der Vereinfachung der Planungstätigkeit. Man faßt die Kennzahlen der Bestände einer Betriebsklasse zusammen (man aggregiert, indem man Summen oder Mittelwerte bildet), um mit den so erhaltenen Kennziffern, Planungsgrößen errechnen zu können. Der Aufwand zur Ermittlung dieser Kennziffern mit herkömmlichen Mitteln ist schon für eine geringe Zahl von Betriebsklassen, die nach einem gewissen Schema zu unterscheiden sind, enorm. Somit begnügt man sich meist mit der Erstellung eines einzigen Betriebsklassenmodells. Meist ist aber das gewählte Betriebsklassenmodell ein Kompromiß zwischen den von der Wirtschaftsführung gewünschten Planungsgrundlagen und den Erstellungskosten der Planungsgrößen des Betriebsklassenmodells.
Mit FOROP ist es erstmals möglich, mehrere Betriebsklassenmodelle in ein und demselben Forstbetrieb parallel zu führen. Die dabei entstehenden Kosten sind zu vernachlässigen, da FOROP die geforderten Kennziffern innerhalb von Minuten bereitstellen kann. Jede Auswertung (auch Hiebsätze) ist nach jedem aufgenommenen oder abgeleitetem Kriterium möglich. Die Hiebsatzermittlung erfolgt dabei mit Hilfe des kleinsten gemeinsamen Teilers – also auf Basis der Teilflächen. Systembedingt ist folgendes Szenario als gegeben vorauszusetzen:
Mittels Spiegelrelaskop wird jeder Bestand aufgenommen. Man erhält so Vorräte direkt aus der WZP–Auswertung (über Volumsfunktionen, Einheitshöhenkurven,...), die Bonitäten, Normalvorräte und Zuwächse werden der Ertragstafel entnommenà somit errechnet FOROP für jede einzelne Baumart in jedem Bestand mehrere Hiebsätze (Heyer, Gerhardt, Mantel, Kameraltaxe, Hundeshagen). Diese Hiebsätze sind genauso, wie viele andere Merkmale (je nach Aufnahme und Wünschen des Forstbetriebes) der Teilfläche/dem Bestand zugeordnet. Einige dieser Merkmale werden Nominalskalen (Bodentypen, Umtriebsklassen) aufweisen, wobei es unerheblich ist, ob diese Merkmale ursprünglich bei der Inventur aufgenommen wurden oder als Folgemerkmale von FOROP automatisch aus anderen Merkmalen (mit Verhältnisskalen) abgeleitet worden sind (aus der Hangneigung als Verhältnisskala wird eine Hangneigungsklasse als Nominalskala abgeleitet). Mit den Datenanalysewerkzeugen von FOROP sind sodann nur noch wenige „Mausclicks“ notwendig, um die Planungsdaten für eine neu geschaffene Betriebsklasse abzurufen.

Nur mit FOROP ist es möglich, Hiebsatzweiser für multiple ideelle Betriebsklassen, ohne großen Zeitaufwand, für benutzerspezifische Merkmalskategorien zu erhalten.

 

 


© Dipl.Ing. Markus Sommerauer, AT-2004
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